Cloud-Realität deutscher Unternehmen 2025

Wie Public, Multi und Sovereign Clouds die digitale Souveränität prägen

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Public-, Multi- und Souvereign Clouds verändern die digitale Realität deutscher Unternehmen. Wer Innovation, Sicherheit und Souveränität verbinden will, braucht klare Strategien – und den Mut, Cloud-Architekturen neu zu denken.

Public, Multi, Sovereign: Die neue Cloud-Realität

Wie deutsche Unternehmen mit Public-, Multi- und Souvereign Clouds Innovation und Kontrolle verbinden.

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Die Cloud ist im Jahr 2025 endgültig das Rückgrat der digitalen Wirtschaft. Für deutsche Unternehmen ist sie nicht mehr nur Infrastruktur, sondern strategisches Betriebssystem. Eine aktuelle Studie von KPMG zeigt: Cloud-Strategien orientieren sich heute klar an Agilität, Souveränität und Kostenkontrolle. Hybride Architekturen dominieren, Public-Clouds gewinnen an Gewicht, und Multi-Cloud-Modelle sind zum Standard geworden.

Public Cloud als Zielplattform

Bereits 42 Prozent der Unternehmen nutzen überwiegend oder ausschließlich Public-Cloud-Dienste – und die Tendenz steigt. Bis 2028 wollen 65 Prozent der Public-Cloud-Nutzer mehr als die Hälfte ihrer produktiven Anwendungen dort betreiben. Die Public-Cloud wird damit zur Zielplattform der digitalen Transformation.

Hinter dieser Entwicklung steht der Wunsch nach Flexibilität und Skalierbarkeit. 58 Prozent der Unternehmen nennen diese Faktoren als wichtigste Cloud-Ziele der kommenden fünf Jahre – noch vor Kostenoptimierung oder IT-Sicherheit. Cloud-First-Strategien setzen sich durch: 62 Prozent der Befragten verfolgen diesen Ansatz, während radikale Cloud-Only-Strategien an Bedeutung verlieren.

Multi-Cloud und Souveränität als strategisches Doppel

Um Abhängigkeiten zu vermeiden, setzen 87 Prozent der Unternehmen auf Multi-Cloud-Modelle. Sie kombinieren gezielt die Stärken unterschiedlicher Anbieter und schaffen so Spielraum für Innovationen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für digitale Souveränität: 58 Prozent sehen Sovereign-Cloud-Angebote inzwischen als „Must-have“.

Souveräne Clouds verbinden regulatorische Sicherheit mit Innovationsfähigkeit. 98 Prozent der Unternehmen wären bereit, für mehr Datenkontrolle und Compliance einen Aufpreis zu zahlen – 44 Prozent bis zu 20 Prozent mehr, jedes zehnte sogar über 30 Prozent. Datenhoheit wird zum Wettbewerbsfaktor.

Strukturelle Hürden der Migration

Trotz klarer Zielrichtung bleibt die Migration anspruchsvoll. 45 Prozent der Unternehmen nennen die Modernisierung ihrer IT-Landschaft als größte Herausforderung, 41 Prozent die Anpassung interner Prozesse. Besonders große Organisationen kämpfen mit Fachkräftemangel – hier trifft technologische Transformation auf kulturelle Trägheit.

Strategisches Change-Management und ein abgestufter Migrationsplan nach der „6R-Strategie“ (Rehost, Replatform, Repurchase, Refactor, Retire, Retain) helfen, Risiken zu kontrollieren und den Wandel planbar zu machen. Der Weg in die Public-Cloud ist kein Sprint, sondern eine strukturierte Evolution.

FinOps bringt Transparenz und Disziplin

Die Cloud verliert ihre Rolle als reiner Kostensenker. Während 2024 noch 67 Prozent der Unternehmen von deutlichen Einsparungen berichteten, sind es 2025 nur 61 Prozent. Der Grund: Die Nutzung wird komplexer, Budgets verteilen sich über mehrere Provider, und fehlende Transparenz erschwert die Steuerung.

FinOps-Management schafft hier Abhilfe. Es verknüpft Kosten, Nutzung und Business-Mehrwert in Echtzeit und verteilt Verantwortung entlang des gesamten Entwicklungszyklus. So wird Kostenkontrolle zu einem dynamischen Prozess – und FinOps zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor.

Unternehmen mit reifen FinOps-Strukturen steuern nicht nur effizienter, sondern investieren gezielter in Innovation. Der Fokus verschiebt sich von kurzfristigen Einsparungen zu nachhaltiger Wertschöpfung.

Sicherheit als integraler Bestandteil der Cloud

Cloud-Security ist 2025 kein Randthema mehr. Nur 26 Prozent der Unternehmen sehen sich gut auf die Umsetzung der EU-Richtlinie NIS2 vorbereitet – der Handlungsdruck ist groß. 60 Prozent setzen auf kontinuierliches Security-Monitoring, 58 Prozent führen Incident-Response-Übungen durch.

Zero-Trust-Konzepte etablieren sich als Standard. Unternehmen kombinieren klassische Schutzmechanismen mit modernen Verfahren wie Multi-Faktor-Authentifizierung (61 Prozent) oder Identity-as-a-Service. Der Fokus verschiebt sich von punktueller Abwehr hin zu kontinuierlicher Überwachung. Sicherheit wird als integraler Bestandteil von Governance und Compliance verstanden – nicht mehr als rein technisches Thema.

ESG bleibt Teil der Cloud-Agenda

Auch Nachhaltigkeit spielt weiterhin eine Rolle: 69 Prozent der Unternehmen bewerten ESG-Kriterien als wichtig oder sehr wichtig, wenngleich der Wert leicht rückläufig ist. Cloud-basierte Plattformen unterstützen die Erfassung von CO₂-Daten, Energieverbrauch und Lieferketteninformationen – ein Plus für das Reporting nach CSRD und EU-Taxonomie.

Unternehmen mit hoher Cloud-Reife integrieren ESG besonders konsequent: Bei Cloud-Only-Strategien liegt der Anteil der ESG-orientierten Firmen bei 82 Prozent. Damit wird Nachhaltigkeit zum Differenzierungsmerkmal digitaler Vorreiter.

KI entfaltet ihr Potenzial in der Cloud

Künstliche Intelligenz wird zur treibenden Kraft moderner Cloud-Strategien. 96 Prozent der Cloud-Nutzer beziehen KI-Services von ihren Cloud-Anbietern, 92 Prozent arbeiten mit Large-Language-Models – vor allem ChatGPT-Modellen (61 Prozent) und Google Gemini (40 Prozent).

Die Cloud ist damit nicht nur Rechenplattform, sondern Innovationsraum. Sie liefert die Rechenleistung und Datenintegration, um KI-Lösungen skalierbar zu betreiben. Gleichzeitig entstehen neue Anwendungsfelder: KI-gestütztes Performance- und Compliance-Monitoring, automatisierte Analysen unstrukturierter Daten oder generative Anwendungen zur Produktivitätssteigerung.

Unternehmen, die KI und Cloud als integriertes System denken, verkürzen Innovationszyklen und schaffen datengetriebene Geschäftsmodelle.

Von der Infrastruktur zur Wertschöpfungsplattform

Die Public-Cloud hat sich vom Technologieträger zur Plattform für neue Geschäftsmodelle entwickelt. Unternehmen, die Automatisierung, Infrastructure-as-Code und intelligente Steuerungstools einsetzen, optimieren Leistung, Kosten und Verfügbarkeit kontinuierlich.

Hyperscaler-Ökosysteme mit spezialisierten KI-, IoT- und Datenservices eröffnen zusätzliche Innovationschancen. Die Fähigkeit, aus diesem Portfolio gezielt zu wählen und zu integrieren, entscheidet zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit.

Multi- und Sovereign-Clouds, FinOps-Strukturen und Zero-Trust-Sicherheitskonzepte bilden die stabile Grundlage dafür – sie machen Unternehmen resilient, transparent und zukunftsfähig.

Fazit: Cloud-Strategien als Gradmesser digitaler Reife

Der Cloud-Monitor 2025 zeigt ein klares Bild: Die Cloud ist kein Experimentierfeld mehr, sondern strategische Kerninfrastruktur. Erfolgreiche Unternehmen kombinieren Public-, Multi- und Sovereign-Cloud-Ansätze, um Skalierbarkeit, Sicherheit und Souveränität auszubalancieren.

FinOps sorgt für Kostentransparenz, KI für Innovationskraft, und Zero-Trust-Sicherheitsmodelle für Vertrauen. Wer diese Elemente integriert, schafft die Basis für eine resiliente, datengetriebene und souveräne IT-Landschaft – und positioniert sich für das nächste Jahrzehnt der digitalen Wertschöpfung.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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