Besserer Kundenservice durch Künstliche Intelligenz

Potenziale für Effizienz, Kundenbindung und Differenzierung

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Viele Unternehmen schöpfen die Möglichkeiten von KI im Kundenservice nicht aus – obwohl genau dort erhebliche Potenziale für mehr Effizienz und Kundenbindung sowie eine Differenzierung im Wettbewerb liegen.

Wie Kundenservice von künstlicher Intelligenz profitieren kann

Eine klare KI-Strategie kann dabei helfen, Wettbewerbsvorteile bei der Kundenzufriedenheit zu erzielen.

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Veränderte Kundenerwartungen und der Wunsch nach personalisierten Interaktionen stellen Unternehmen vor neue Aufgaben im Kundenservice. In einer zunehmend digitalen und kundenorientierten Welt bietet der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Kundenservice erhebliche Potenziale. Unternehmen stehen dabei vor der Aufgabe, sowohl personalisierte Kundeninteraktionen als auch eine proaktive Betreuung durch intelligente Technologien effizient zu gestalten.

Eine Analyse von KPMG zeigt: Viele Unternehmen nutzen diese Möglichkeiten noch nicht vollumfänglich – obwohl sie entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern könnten.

Personalisierung im Kundenservice: Status quo und ungenutzte Potenziale

Trotz der hohen Relevanz für Kundenzufriedenheit und -bindung zeigt die Studie ein klares Defizit bei der Nutzung personalisierter Kundeninteraktionen: Rund ein Drittel der befragten Unternehmen setzt Personalisierung kaum oder gar nicht ein. Lediglich ein Prozent der Unternehmen gibt an, diese vollständig und individuell umzusetzen.

Die Ursachen sind vielfältig. Häufig fehlen strategische Grundlagen oder das technische Verständnis für den effektiven Einsatz. Auch Datenschutzbedenken und fehlende Ressourcen hemmen die Entwicklung. Dabei bietet KI die Möglichkeit, Kundenbedürfnisse in Echtzeit zu analysieren und entsprechend zu reagieren – ein wesentlicher Fortschritt gegenüber klassischen CRM-Systemen.

Unternehmen, die bereits KI-gestützte Personalisierung einsetzen, berichten von präziseren Angeboten, höherer Relevanz in der Kundenansprache und einer gesteigerten Servicequalität. Die Technologie erlaubt nicht nur eine individuelle, sondern auch skalierbare Betreuung.

Proaktive Kundenbetreuung: Reagieren, bevor der Kunde fragt

Neben der Personalisierung steht die proaktive Kundenbetreuung im Fokus der Studie. Ziel ist es, Kundenbedürfnisse frühzeitig zu erkennen und entsprechende Angebote oder Lösungen anzubieten, bevor ein aktiver Kundenkontakt erforderlich wird. Klassische Kanäle wie E-Mails (69 Prozent) und Telefonanrufe (51 Prozent) dominieren weiterhin – jedoch meist manuell und ohne Automatisierung.

Etwa 40 Prozent der Unternehmen verzichten noch vollständig auf eine KI-gestützte proaktive Kundenansprache. Automatisierte E-Mails (45 Prozent) und Voice-Bots (15 Prozent) kommen nur vereinzelt zum Einsatz. Dabei bieten moderne KI-Lösungen deutlich mehr: etwa kontextbezogene Empfehlungen, smarte Rückruflogiken oder individuell zugeschnittene Kundenportale.

Proaktive Services verbessern nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern entlasten auch die Service-Mitarbeiter. KI-Systeme können in Echtzeit Signale erkennen, die auf potenzielle Probleme oder Bedarfe hindeuten, und automatisierte, aber dennoch personalisierte Lösungen bereitstellen.

Erfolgsfaktoren für die Implementierung von KI im Kundenservice

Die Analyse hebt drei zentrale Erfolgsfaktoren hervor, die über das Gelingen einer KI-Einführung im Kundenservice entscheiden:

1. Eine klare KI-Strategie

Unternehmen mit einer definierten KI-Strategie nutzen Personalisierung deutlich intensiver. 86 Prozent der Unternehmen ohne Strategie verzichten komplett auf personalisierte Kundenansprache, während Unternehmen mit fortgeschrittener Strategie diese bereits moderat bis weitgehend einsetzen.

Eine solche Strategie schafft klare Zielbilder, definiert relevante Anwendungsfelder und erleichtert die Allokation von Ressourcen. Sie wirkt zudem als Signal in die Organisation, dass KI eine zentrale Rolle im zukünftigen Kundenservice spielt.

2. Unterstützung der Mitarbeiter

Die Akzeptanz und aktive Nutzung von KI steht in engem Zusammenhang mit der internen Unterstützung. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter gezielt einbinden und fördern, berichten von deutlich höherer Effektivität in der Anwendung. Fehlende Unterstützung führt hingegen zu suboptimaler Nutzung und Skepsis gegenüber neuen Technologien.

3. Qualifizierte Schulungsmaßnahmen

Der erfolgreiche Einsatz von KI ist maßgeblich von der Kompetenz der Anwender abhängig. Mitarbeiter, die gezielt für den Umgang mit KI geschult wurden, nutzen die Systeme häufiger und effektiver, insbesondere bei Produktempfehlungen. Schulungsdefizite führen hingegen zu geringem oder fehlerhaftem Einsatz – trotz vorhandener technischer Infrastruktur.

Hürden und Herausforderungen

Neben strategischen und operativen Voraussetzungen gibt es auch konkrete Hürden, die einer breiten Nutzung von KI im Kundenservice im Weg stehen:

  • Fehlendes Fachwissen (48 Prozent),
  • Ressourcenengpässe und Datenschutzbedenken (jeweils 35 Prozent),
  • Hohe Implementierungskosten (28 Prozent).

Diese Barrieren lassen sich nicht allein technisch lösen, sondern erfordern umfassende Change-Management-Prozesse, die sowohl Organisation, Kultur als auch Prozesse betreffen.

Erfreulich ist, dass regulatorische Anforderungen von der Mehrheit der Unternehmen (56 Prozent) nicht als hinderlich wahrgenommen werden. Dennoch bleibt die kontinuierliche Auseinandersetzung mit rechtlichen Rahmenbedingungen – etwa zur Datenverarbeitung oder Transparenz von Algorithmen – ein zentrales Thema für die Zukunft.

Drei Handlungsempfehlungen für den erfolgreichen KI-Einsatz

Die Studie leitet aus den Studienergebnissen drei zentrale Schritte ab, mit denen Unternehmen ihre KI-Initiativen im Kundenservice erfolgreich aufstellen können:

  1. Strategie entwickeln: Definieren, wo KI im Kundenservice konkret eingesetzt werden soll – mit klaren Zielen, messbaren KPIs und verlässlichen Datenquellen.
  2. Strukturen schaffen und schulen: Ein Betriebsmodell etablieren, das den KI-Einsatz unterstützt, und Mitarbeiter qualifizieren – mit Fokus auf relevante Use Cases wie Produktempfehlungen oder Eskalationsmanagement.
  3. Feedbacksysteme etablieren: Laufendes Monitoring und kontinuierliche Verbesserung sicherstellen, um die Wirkung von KI-Maßnahmen zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Fazit: KI als Transformator des Kundenservice

Die Analyse macht deutlich: KI kann den Kundenservice nicht nur effizienter, sondern vor allem kundenorientierter und zukunftsfähiger machen. Voraussetzung dafür ist jedoch ein gezielter, strategischer Ansatz, der Technologie, Organisation und Menschen gleichermaßen berücksichtigt.

Unternehmen, die den Wandel frühzeitig gestalten, können sich einen klaren Vorsprung sichern – durch bessere Kundenerlebnisse, eine höhere Servicequalität und eine stärkere Kundenbindung. Die Technologie ist vorhanden, das Wissen teilweise ebenfalls – was fehlt, ist häufig der Mut zur konsequenten Umsetzung.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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