Baufinanzierung 2022: Es geht um Schnelligkeit

Automatisierung von Prozessen birgt großes Potenzial

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Der Wettbewerb auf dem Baufinanzierungsmarkt verschärft sich. Kunden erwarten ein großes Produktportfolio – und Schnelligkeit. Banken müssen die Digitalisierung vorantreiben und sich darauf einrichten, neuartige technologische Angebote zu unterstützen.

Ausblick Baufinanzierung im Jahr 2022

Baufinanzierung im Jahr 2022.

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Das Jahr 2022 wird voraussichtlich von vergleichsweise hohen Inflationsraten bei dennoch niedrigem Zinsniveau geprägt sein – nicht zuletzt weil die EZB dafür sorgen wird, dass die Finanzierungsbedingungen günstig bleiben. Diese Situation wird die ohnehin schon hohe Nachfrage nach Immobilien weiter anheizen und das Angebot um ein Vielfaches übersteigen.  Die Folge sind begrenzte Transaktionen und höhere Preise – und damit weniger Baufinanzierungsabschlüsse bei höheren Darlehenssummen. Kunden erwarten Produkte, die ihnen Flexibilität bei der Tilgung und langfristige Planungssicherheit bieten. Gleichzeitig fordern sie einen schnellen, einfachen und transparenten digitalen Prozess – möglichst komplett medienbruchfrei.

Schnelligkeit: Herausforderung und Chance zugleich

Dass im Zuge der Kreditvertragsunterzeichnung Papierkonvolute per Post versendet werden und Aktenordner zu füllen sind, muss der Vergangenheit angehören. Aus Kundensicht noch kritischer sind aber lange Bearbeitungszeiten bis zur Kreditentscheidung: In nicht wenigen Fällen sorgen sie dafür, dass der Immobilienkauf trotz ausreichender Bonität nicht zustande kommt. Bei Dr. Klein beobachten wir, dass der Zeitdruck für Kaufwillige vor allem in den Metropolregionen zunimmt und dass der Anteil der Beratungen ohne konkretes Objekt steigt. Als Vermittler können wir für unsere Kunden Bankpartner mit schneller Bearbeitung finden. Übergeordnetes Ziel muss aber sein, dass Schnelligkeit kein Sonderfall ist, sondern Standard wird. Das fordert insbesondere Banken heraus, die mit umfangreicher Regulatorik, IT-Altlasten und gleichzeitig veralteten Strukturen konfrontiert sind.

Zugleich liegt in schnelleren Bearbeitungszeiten auch ein großes Potenzial. Denn auf die Frage, wer das Rennen um den Kunden gewinnt, wird die Antwort immer häufiger lauten: Derjenige, der am schnellsten ist. Gleichzeitig geht es für Kreditgeber auch darum, Effizienz zu gewinnen. In Zeiten rückläufiger Zinserträge müssen sie ihre Ressourcen zielgerichtet und gewinnbringend einsetzen.

Win-win: sofortige Kreditentscheidung

Vertrieb und Kreditgeber müssen zusammenarbeiten, um die bereits vorhandenen technischen Möglichkeiten im Sinne des Kunden – und letztlich für sich – zu nutzen: Auf Sicht kommt niemand darum herum, die aktuellen Prozesse komplett neu zu denken. Zwar ist die Baufinanzierung ungleich aufwändiger als ein Ratenkredit und nicht zuletzt durch die Wohnimmobilienkreditrichtlinie strenger reguliert. Umso mehr Potenzial ist vorhanden, noch viele Prozessschritte zu automatisieren. Wir haben hierfür die Objekteinwertung und Bonitätsprüfung identifiziert, die mithilfe von Algorithmen und Schnittstellen per Knopfdruck durchgeführt werden. Wenn es hierfür – zunächst in Standardfällen – keine hochqualifizierten Spezialisten mehr braucht, profitieren beide Seiten: Darlehensgeber sparen Kapazitäten, Kreditnehmer erhalten eine verbindliche Kreditzusage innerhalb kürzester Zeit.

Fazit: Automatisierung als Ziel

In Bezug auf Automatisierung besteht bei der Immobilienfinanzierung massiver Nachholbedarf. Aber der Anfang ist gemacht – und die Entwicklung wird rasant an Dynamik gewinnen. Kreditinstitute werden sich darauf einrichten müssen, den Quantensprung in der Finanzierungszusage mitzugehen. Sie müssen technologische Lösungen anbieten, um die Kundenbedürfnisse nach Schnelligkeit, Transparenz und Zuverlässigkeit zu erfüllen.


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Über den Autor

Michael Neumann

Michael Neumann ist Vorstandsmitglied der Hypoport-Tochterfirma Dr. Klein Privatkunden AG. Der gelernte Bankkaufmann und Diplom-Betriebswirt war vorher er als Geschäftsführer der Qualitypool GmbH tätig und verantwortete den Bereich Finanzierungen und damit die Produktsparten Baufinanzierung, Ratenkredit und Bausparen. Vor seiner Zeit bei Hypoport war er über acht Jahre für die Interhyp-Gruppe tätig, zuletzt als Geschäftsführer von MLP Hyp.

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