6 aktuelle Trends im Bereich Cyberkriminalität

Unternehmen unter Druck

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Cyberangriffe werden raffinierter, die Risiken vielfältiger – und Unternehmen geraten zunehmend unter Druck. Welche Bedrohungen 2025 besonders kritisch sind und warum klassische Schutzmaßnahmen oft nicht mehr ausreichen, zeigt eine aktuelle Studie.

Cyberangriffe bleiben zentrale Bedrohung für Unternehmen

Cyberkriminelle nutzen moderne Technologien für Angriffe auf Unternehmen.

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Cyberangriffe zählen auch im Jahr 2025 zu den größten Bedrohungen für Unternehmen und deren Infrastruktur. Eine neue Studie des Cybersicherheitsunternehmens SoSafe, für die 500 Sicherheitsexpertinnen und ‑experten sowie 100 Kunden aus zehn Ländern befragt wurden, bestätigt diese Entwicklung. 72 Prozent aller Organisationen weltweit berichten von einem wachsenden Cyberrisiko. Angreifer agieren zunehmend gezielter und fordern die bestehenden Verteidigungsmechanismen heraus.

Allein in Deutschland belief sich der durch Cyberkriminalität verursachte Schaden im Jahr 2024 auf 178,6 Milliarden Euro – ein Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen verdeutlichen, wie hoch die Bedrohungslage ist und wie dringend Organisationen handeln müssen.

Neue Herausforderungen für IT-Sicherheitsverantwortliche

Besonders IT-Sicherheitsverantwortliche sehen sich mit einer wachsenden Komplexität der Bedrohungen konfrontiert. Im DACH-Raum häufen sich Angriffe, die durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) gesteuert werden. Hinzu kommt ein deutlicher Anstieg sogenannter Multichannel-Cyberattacken, bei denen mehrere Kommunikationskanäle gleichzeitig für Angriffe genutzt werden.

Ein weiteres ernstes Risiko besteht im unkontrollierten Zugriff auf Unternehmensinfrastrukturen über private Geräte und Konten von Mitarbeitenden. Die zunehmende Digitalisierung und die stärkere Vernetzung im Rahmen von Homeoffice und Bring Your Own Device (BYOD) erhöhen die potenziellen Einfallstore für Cyberkriminelle. Auch Lieferketten geraten immer stärker ins Visier der Angreifer – mit schwer kalkulierbaren Risiken für Unternehmen jeder Größe.

Sechs zentrale Cyberbedrohungen im Jahr 2025

Die Studie identifiziert sechs zentrale Cyberbedrohungen im Jahr 2025:

1. KI-gestützte Angriffe nehmen rapide zu

Seit der breiten Verfügbarkeit von KI-Technologien wie ChatGPT setzen auch Cyberkriminelle verstärkt auf künstliche Intelligenz. Mit täuschend echten Phishing-Mails und Deepfakes – etwa im Stil des berüchtigten CEO-Frauds – gelingt es ihnen immer häufiger, Sicherheitsbarrieren zu überwinden. Laut der Studie sind 94 Prozent der Unternehmen im DACH-Raum bereits von KI-gestützten Angriffen betroffen. Diese Angriffsform wird zunehmend gezielter eingesetzt und gewinnt weiter an Bedeutung.

2. Multichannel-Angriffe erschweren die Abwehr

Angriffe erfolgen längst nicht mehr nur per E-Mail. Cyberkriminelle orchestrieren komplexe Multichannel-Angriffe, bei denen gleichzeitig Messenger-Dienste, soziale Netzwerke und sogar Telefonanrufe genutzt werden. Ziel ist es, über verschiedene Kanäle hinweg Vertrauen zu erschleichen und Sicherheitsmechanismen zu umgehen. 98 Prozent der Unternehmen berichten von einem deutlichen Anstieg dieser 3D-Phishing-Angriffe. Die Vielfalt der Angriffswege erschwert eine schnelle und wirksame Abwehr erheblich.

3. Lieferketten als Schwachstelle

Die starke Abhängigkeit von Drittanbietern macht Unternehmen verwundbar: 99 Prozent der Organisationen im DACH-Raum sind auf Zulieferer angewiesen – jede dieser Beziehungen vergrößert die potenzielle Angriffsfläche. Cyberkriminelle nutzen diese Schnittstellen gezielt, um über Dienstleister Zugang zu sensiblen Unternehmensdaten zu erhalten. Die jüngsten Attacken auf IT-Dienstleister und Zulieferer zeigen, wie hoch das Risiko unterschätzt wird – trotz gravierender Folgen im Ernstfall.

4. Private Geräte öffnen neue Angriffspfade

Angreifer nutzen zunehmend die persönlichen Identitäten, Geräte und sogar das familiäre Umfeld von Mitarbeitenden, um sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen. Der fließende Übergang zwischen beruflicher und privater IT-Nutzung – etwa durch Homeoffice oder BYOD – erhöht die Risiken massiv. Besonders kritisch ist, dass 91 Prozent der Unternehmen bereits Angriffe über private Geräte oder Konten ihrer Mitarbeitenden verzeichnet haben.

5. Fehlende Cyberresilienz verschärft das Problem

Gerade kleinere Unternehmen und Organisationen in kritischen Sektoren sind häufig nicht ausreichend gegen moderne Cyberangriffe gewappnet. 97 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen im DACH-Raum sehen eine wachsende Kluft zwischen gut geschützten Großunternehmen und kleinen Organisationen, die mit dem hohen Schutzniveau nicht Schritt halten können. Die ungleiche Verteilung von Ressourcen und Know-how verstärkt diese Lücke weiter.

6. Professionalisierung der Cyberkriminalität

Cyberkriminelle agieren heute professionell und global vernetzt. Die Cybercrime-Industrie hat sich zu einem hochorganisierten Geschäftsmodell entwickelt, das immer neue Angriffsmethoden hervorbringt. Durch die zunehmende Digitalisierung wächst die Angriffsfläche stetig weiter. Die Studie betont, wie wichtig eine branchenübergreifende Zusammenarbeit ist, um gemeinsam Resilienz aufzubauen und die Verteidigung zu stärken – denn keine Organisation kann diese Herausforderung allein bewältigen.

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Über den Autor

Dr. Hansjörg Leichsenring

Dr. Hansjörg Leichsenring ist Herausgeber des Bank Blogs und der Finanzbranche seit über 30 Jahren beruflich verbunden. Nach Banklehre und Studium arbeitete er in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Als Experte für Strategien in den Bereichen Digitalisierung, Innovation und Vertrieb ist er gefragter Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland.

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